Tagebücher der Gefühle

Hast Du schon mal bei Dir beobachtet, dass bestimmte Gefühle Dir bestimmte Schwierigkeiten bereiten? Mit Schwierigkeiten meine ich, dass Du bestimmte Gedanken dazu hast. Gedanken, die Dich daran hindern, diese Gefühle zu fühlen. Gedanken, die mit der Stimme des inneren Kritikers (über den ich auch mal schreiben werde) zu Dir innerlich sprechen, Dich beurteilen, Dir etwas verbieten, dramatische Bilder/ Szenarien herstellen…

Im Übrigen kannst Du, Dich dabei erwischen, dass Du mit einem Gefühl/ Thema ein Problem hast, wenn Du auf Aussagen und/ oder Verhalten von Menschen besonders emotional reagierst.

Aber jetzt noch mal zum eigentlichen Thema…

Wie erstellt Du Dir ein Tagebuch für bestimmte Gefühle und wozu dieses Tagebuch überhaupt nützlich sein kann – fangen wir mit dem Zweiten an.

Ein Gefühlstagebuch kann, wie alle Tagebücher, Dir ein besseres SICH-Kennenlernen, sich verstehen, sich erfassen und einen für Dich vorteilhaften Umgang mit einem bestimmten Gefühl/ Thema ermöglichen. Im Tagebuch berücksichtigst Du Fragestellungen und Aspekte und stellst damit eine Form von Statistik her, die Dir hilft, Beobachtungen systematisch durchzuführen um daraus Rückschlüsse zu ziehen. Ein Tagebuch kann in Form von Geschichten, Texten aber auch in Tabellenform geführt werden. Tabellen lassen sich natürlich besser auswerten, haben aber vielleicht nicht so viel Platz für genaue Umschreibung. Aber da Du es für Dich machst, spricht nichts dagegen, eine Mischform zu machen – zum Beispiel eine Tabelle mit Platz für Beschreibungen.

Wenn Du Dein Tagebuch eine Zeitlang geführt hast. Wenn Du bestimmte Tendenzen bei Dir erkennen kannst, kannst Du schauen ob sie störend für Dich sind und wenn ja, kannst Du Ideen dazu entwicklen, was DU unternehmen kannst. Ein Tagebuch hilft Dir also genau zu definieren, was das Thema ist, um dann besser eine Entscheidung für oder gegen eine Veränderung zu treffen. Es hilft Dir aber auch bestimmte „Fehler“ in der Zukunft nicht zu wiederholen und sich selbst besser zu beobachten. Um Dir hier ein Beispiel zu geben.

Du fühlst Dich immer wieder in die Schuldgefühle auf der Arbeit getriggert. Langsam vermutest Du, dass es mit einer Kollegin zu tun hat (auch durch das Tagebuch stellst Du fest, dass sie immer in der Situation dabei war). Du kannst aber noch nicht so genau feststellen, was genau Dich da triggert. Dann auf einmal reagierst Du mit den Schuldgefühlen bei einer anderen Kollegin. Jetzt wird es verwirrend. Vielleicht hat es mit einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Verhaltensweise etwas zu tun. Aber vielleicht auch mit einer Befindlichkeit bei Dir… Das Tagebuch hilft Dir Dich selbst genauer zu beobachten.

Themen Beispiele für ein Gefühlstagebuch:

  • welches Gefühl wurde ausgelöst (wurde das Gefühl von noch einem anderen begleitet)?
  • in welcher Situation befand ich mich?
  • wer war daran beteiligt?
  • wie war meine Verfassung an diesem Tag?
  • wie hat es sich genau angefühlt?
  • was genau hat mich getriggert (Wort, Blick, Stimme, Haltung, Bewegung, Thema…)
  • welchen verlauf nahm mein Gefühl? (Körperliche und emotionale Symptome)
  • wie habe ich innerlich und äußerlich auf mein Gefühl reagiert?

Die Liste kann man natürlich beliebig weiter erweitern und fortsetzen. Es soll aber kein Mammut-Projekt werden – es soll der Weg zu Selbsterkenntnis und gegebenenfalls Veränderung sein. Ich schreibe gegebenenfalls, weil nicht alles veränderungswürdig ist. Gefühle/ Emotionen haben in bestimmten Situationen oder Lebenslagen dienliche Funktion. Manchmal sind sie jedoch die Überbleibsel aus der Kindheit und sind für das erwachsene – ICH inadäquat… Dazu sage ich nur noch: ein Erwachsener, der sich im Wutanfall im Supermarkt auf den Boden schmeisst…

2 Antworten auf „Tagebücher der Gefühle

    1. Liebe Miss Katherine White, ja, die W Fragen sind Grundlage der Beratungstätigkeit – da stimme ich Ihnen zu. Es bedarf zusätzlich weitere Formate, damit Veränderungsprozesse bzw. wie Sie schreiben Selbsterkenntnis möglich sind. Danke für Ihr Feedback, Kata.

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