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Timelinie

Stelle Dir vor, Du stehst heute an einem Punkt. Es ist nicht das Ziel, denn das Leben geht weiter. Deshalb nennen ich es Punkt. Um an diesen Punkt zu kommen, musstest Du Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die Dir heute, im Rückblick zeigen können, was für Dich wichtig ist, welche Fähigkeiten Du hast, welche Träume Du hattest und davon abgeleitet, welche Ressourcen Du für Deine zukünftigen Ziele jetzt schon hast.

Um all das herauszuarbeiten und zu analysieren, male eine Linie. Die Linie hilft zu visualisieren. Diese Linie fängt bei Deiner Geburt an – kann aber auch schon früher anfangen, weil all das, was Du in Dir trägst von Deinen Vorfahren (Elter, Großeltern…) vorbereitet wurde. Nun wenn Du die Linie gemalt hast, zeichne bestimmte Stationen. Die Stationen können beruflich, privat, oder… sein. Frage Dich nun zu jeder Station, was war an Ihr besonders? Wie hast Du Dich dort gefühlt? Welche Umbrüche gab es dort? Wer hat, welche Entscheidungen und warum getroffen? Was hast Du benötig, um die Situation/ Lebensphase zu meistern, was hast Du gelernt, was war leicht oder hat weh getan?

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Diese Timeline betrachte bitte als einen Prozess. Sie ist nicht direkt an einem Tag fertig, sondern denke über sie immer wieder nach. Ich bin mir sicher, Du wirst viel über Dich entdecken und erfahren – auch das, was Du gemeistert hat, gelernt hast… eben Deine Ressourcen.

Der Schutzring

Wie oft gehst Du in Situationen rein, wo Du von vorne weisst, dass Du Dich schützen solltest. Dass es Dir da vielleicht an den s.g. Kragen gehen wird und Du womöglich emotional wirst. Es mögen schwierige Gespräche mit Familie oder Vorgesetzten, oder Verhandlungen sein aber auch selbstreflektierende Gespräche, wie Supervisionen oder Teamsitzungen. Wie kannst Du Dich in diesen Situationen nicht nur argumentativ sondern vor allem emotional/ mental schützen. Wie kannst Du Dich auf die Art schützen, dass Menschen Deine Energie nicht klauen oder diese/ sprich Dich, durch den Fleischwolf drehen?

Stelle Dir vor, Du bist von einem Schutzring umgeben. Dieser Ring besteh aus Licht – silber-weisses oder goldenes Licht sind dafür passend. Dieser Ring fängt bei Deinen Füssen an und ist wie ein Tunnel, den Du je nach Bedarf mal höher ziehen kannst, mal runter lassen kannst. Dieser Tunnel aus Licht schütz Dich und je höher, Du ihn aufbaust, desto mehr Schutz hast Du, desto weniger Zugriff haben andere auf Dich.

Wie baust Du ihn auf? Na, indem Du ihn immer wieder visualisierst. Ob es bei einer Meditation oder einer Traumreise ist – das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass Du ihn griffbereit hast, wenn Du ihn brauchst. Dafür kannst Du ihn irgendwo in Deinem Körper verankern. Wie man positive Emotionen im Körper ankert, sodass diese quasi auf Knopfdruck abgerufen werden können, das erzähle ich Dir im nächsten Beitrag.

Tagebücher der Gefühle

Hast Du schon mal bei Dir beobachtet, dass bestimmte Gefühle Dir bestimmte Schwierigkeiten bereiten? Mit Schwierigkeiten meine ich, dass Du bestimmte Gedanken dazu hast. Gedanken, die Dich daran hindern, diese Gefühle zu fühlen. Gedanken, die mit der Stimme des inneren Kritikers (über den ich auch mal schreiben werde) zu Dir innerlich sprechen, Dich beurteilen, Dir etwas verbieten, dramatische Bilder/ Szenarien herstellen…

Im Übrigen kannst Du, Dich dabei erwischen, dass Du mit einem Gefühl/ Thema ein Problem hast, wenn Du auf Aussagen und/ oder Verhalten von Menschen besonders emotional reagierst.

Aber jetzt noch mal zum eigentlichen Thema…

Wie erstellt Du Dir ein Tagebuch für bestimmte Gefühle und wozu dieses Tagebuch überhaupt nützlich sein kann – fangen wir mit dem Zweiten an.

Ein Gefühlstagebuch kann, wie alle Tagebücher, Dir ein besseres SICH-Kennenlernen, sich verstehen, sich erfassen und einen für Dich vorteilhaften Umgang mit einem bestimmten Gefühl/ Thema ermöglichen. Im Tagebuch berücksichtigst Du Fragestellungen und Aspekte und stellst damit eine Form von Statistik her, die Dir hilft, Beobachtungen systematisch durchzuführen um daraus Rückschlüsse zu ziehen. Ein Tagebuch kann in Form von Geschichten, Texten aber auch in Tabellenform geführt werden. Tabellen lassen sich natürlich besser auswerten, haben aber vielleicht nicht so viel Platz für genaue Umschreibung. Aber da Du es für Dich machst, spricht nichts dagegen, eine Mischform zu machen – zum Beispiel eine Tabelle mit Platz für Beschreibungen.

Wenn Du Dein Tagebuch eine Zeitlang geführt hast. Wenn Du bestimmte Tendenzen bei Dir erkennen kannst, kannst Du schauen ob sie störend für Dich sind und wenn ja, kannst Du Ideen dazu entwicklen, was DU unternehmen kannst. Ein Tagebuch hilft Dir also genau zu definieren, was das Thema ist, um dann besser eine Entscheidung für oder gegen eine Veränderung zu treffen. Es hilft Dir aber auch bestimmte „Fehler“ in der Zukunft nicht zu wiederholen und sich selbst besser zu beobachten. Um Dir hier ein Beispiel zu geben.

Du fühlst Dich immer wieder in die Schuldgefühle auf der Arbeit getriggert. Langsam vermutest Du, dass es mit einer Kollegin zu tun hat (auch durch das Tagebuch stellst Du fest, dass sie immer in der Situation dabei war). Du kannst aber noch nicht so genau feststellen, was genau Dich da triggert. Dann auf einmal reagierst Du mit den Schuldgefühlen bei einer anderen Kollegin. Jetzt wird es verwirrend. Vielleicht hat es mit einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Verhaltensweise etwas zu tun. Aber vielleicht auch mit einer Befindlichkeit bei Dir… Das Tagebuch hilft Dir Dich selbst genauer zu beobachten.

Themen Beispiele für ein Gefühlstagebuch:

  • welches Gefühl wurde ausgelöst (wurde das Gefühl von noch einem anderen begleitet)?
  • in welcher Situation befand ich mich?
  • wer war daran beteiligt?
  • wie war meine Verfassung an diesem Tag?
  • wie hat es sich genau angefühlt?
  • was genau hat mich getriggert (Wort, Blick, Stimme, Haltung, Bewegung, Thema…)
  • welchen verlauf nahm mein Gefühl? (Körperliche und emotionale Symptome)
  • wie habe ich innerlich und äußerlich auf mein Gefühl reagiert?

Die Liste kann man natürlich beliebig weiter erweitern und fortsetzen. Es soll aber kein Mammut-Projekt werden – es soll der Weg zu Selbsterkenntnis und gegebenenfalls Veränderung sein. Ich schreibe gegebenenfalls, weil nicht alles veränderungswürdig ist. Gefühle/ Emotionen haben in bestimmten Situationen oder Lebenslagen dienliche Funktion. Manchmal sind sie jedoch die Überbleibsel aus der Kindheit und sind für das erwachsene – ICH inadäquat… Dazu sage ich nur noch: ein Erwachsener, der sich im Wutanfall im Supermarkt auf den Boden schmeisst…

Umgang mit Gefühlen – Wut (Teil 2)

Vorherige Woche haben ich etwas grundsätzliches zu Wut geschrieben und jetzt kommt Teil 2…

Ich möchte Dich zu einer Übung einladen, die aus zwei Teilen besteht:

  • schreibe alle Glaubenssätze auf, die Du über die Wut hast? Es kann sein, dass Du bisschen länger – einige Tage und auch in Folge von Gesprächen mit anderen Leuten, für Dich erst rausfindest…
  • und die zweite Übung besteht aus mehreren Teilen:

– wenn Wut in Dir aufkommt, begrüsse sie,

– bedanke Dich dafür, dass sie da ist,

– halte sie aus, ohne dass Du sie bewertest und auf andere projizierst,

– wenn Du sie als Gefühl, ohne sie zu unterdrücken und vermeiden erlebst hast, wird sie nach ihrem Höhepunkt gehen,

– wenn sie gegangen ist, frage Dich: weshalb sie kam – welches Thema in Dir löst die Wut aus? und wofür sie gut war?…

– bedenke, Gefühle haben immer nur mit uns selbst zu tun – nie mit anderen Menschen. Man kann nämlich nicht auf etwas reagieren, was keine Resonanz in uns hat. Und wenn Du ein Mensch bist, der nie wütend wird, dann frage Dich, wo ist sie? Wut gehört zu unseren Grundgefühlen und wenn wir sie nicht verspüren, dann nicht, weil wir so wunderbare angeglichene Wesen sind, sondern, in der Regel, weil wir uns sie so stark verboten haben…

Auch hier empfähle ich Dir, sich einige Deiner Erkenntnisse und Gefühle aufzuschreiben. Sich die Glaubenssätze aufschreiben und zwar so, dass Du es immer wieder nachschauen kannst und auch ergänzen kannst.

Bei Menschen, die ein besonderes Problem mit der Wut (oder einem anderen Gefühl) haben, lohnt es sich ein kleines Tagebuch zu führen.

Wie man Tagebücher bezogen auf Gefühle führt, schreibe ich in einem der nächsten Blogbeiträge…

Diese Übungen kannst Du mit allen Gefühlen machen. Vor allem mit denen, die Du schlecht annehmen kannst. Ich bin mir sicher, dass die wenigsten Menschen ein „Problem“ mit der Freude haben aber viele sich mit den „schmerzhaften“ Gefühlen schwer tun…

Umgang mit Gefühlen – Beispiel Wut

Auch, wenn man es schon mal hier und da es so behauptet, Gefühle bringen niemanden um. Und doch fällt uns schwer, Gefühle der Angst, Wut, Trauer… also all jene, die wir als negativ sehen, zu fühlen. Dabei gibt es keine negativen Gefühle. Alle Gefühle dienen uns und sind Unterstützer einer wahrhaftigen Wahrnehmung. Gefühle dienen uns!

Und doch sind wir so sozialisiert, dass wir glauben, manche GEFÜHLE SEIEN NICHT GUT FÜR UNS. Es sind Überzeugungen, die durch Erziehung uns vermittelt wurden und nicht immer uns bewusst sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die Wut. Die Wut ist ein Gefühl, dass vom Individuum aber auch Kollektiv abgelehnt wird. Menschen, die wütend sind, erschrecken uns und sind schwer auszuhalten. Menschen, die wütend sind, gelten als nicht beherrscht, wirken wie eine Bedrohung und dieses Gefühl gilt oft als nicht zivilisiert. Vielen Kindern wird schon suggeriert, dass sie nicht wütend sein dürfen. Dabei ist Wut ein Gefühl, das sehr authentisch ist, dass sich sofort zeigt und eine kraftvolle Dynamik mit sich bringt. Diese Dynamik nimmt uns aus der Opferrolle raus und gibt uns einen Aufschwung für Veränderung. Ja, ich weiss Wut kann zerstörerisch sein aber nur in drei Fällen:

  • wenn man sie unterdrückt
  • wenn man sie gegen andere richtet
  • wenn man sie gegen sich selbst richtet

Stelle Dir vor, Du besitzt ein Messer. Du kannst das Messer verstecken und somit aus dem Messer ein Tabu machen. Diesen Messer eine Bedeutung zuschreiben, welche es nicht hat, nämlich, dass es schlecht ist, versteckt, tabuisiert, abgelehnt gehört. Dann kannst Du das Messer gegen andere richten und/ oder gegen Dich selbst. Und jetzt stelle Dir aber vor, Du nutz dieses Messer, wofür es hergestellt ist, nämlich um Essen zu zerkleinern – als Werkzeug. Nach dem benutzen legst Du es wieder in den Messerblock. Du kannst es benutzen, verleihen, es ist einfach nur da… – und so ist es auch mit der Wut.  Wut ist nur in der Fällen zerstörerisch, schrieb ich und ich möchte es es noch ergänzen. Und sie ist zerstörerisch, wenn Du mit ihr als Gefühl/ Werkzeug nicht gelernt hast umzugehen.

Fortsetzung und Übung dazu in der nächsten Woche…

Erkenne Dich!

Es ist eine Übung (auch) aus der Sexualberatung und diese Übung soll Dir ermöglichen, Dir Zeit und Raum zu geben, Dich zu sehen. Man kann sich selbst auf unterschiedliche Art und Weise betrachten. Mal geht es darum, sich oberflächlich zum Beispiel von Outfit her zu sehen, mal geht es darum zu fühlen, wie stimmig es mit der Momentanen Verfassung ist und wiederum ein anderes Mal schauen wir nach unserer Körperlichkeit. Ein sehr kurzer Blick in den Spiegel reicht oft aus, um uns wohl zu fühlen oder eben nicht. Dabei erfassen wir uns auf unterschiedlichen Ebenen. Da ist nicht nur die Optik.

In der Übung, die ich Dir vorschlagen möchte, sollst Du Dich nackt vor dem Spiegel mindestens 15 Minuten sehr genau betrachten. Und mit Betrachten, meine ich nicht nur das Sehen, sondern auch fühlen. Fühle es mit Deinen Emotionen und auch mit Deinen Händen. Das Ziel der Übung ist, die Stellen, die Dir gefallen, besonders in den Fokus dieser Betrachtung zu nehmen. Und ich weiß, Du wirst gleich, wie viele meiner Klient*Inne argumentieren und sagen, Du findest nichts schön an Dir. Daher eben, sollst DU Dir Zeit nehmen. Nicht einfach ein mal kurz reinschauen, um ein Urteil zu haben, sondern Stelle für Stelle durchgehen. Und die Zeit soll Dich dazu bringen, genau zu schauen – nicht zu flüchten – die Einhaltung der Mindestzeit ist also sehr, sehr wichtig für diese Übung.

Und sollten bei dieser Übung Emotionen aufkommen, dann lasse sie zu. Bewerte sie nicht, fühle sie. Auch die „negativen“ Emotionen haben Recht gefühlt zu werden und sie sind ein Hinweis… (Wie Du mit ihnen umgehen kannst, werde ich Dir in einem der Folgebeiträge erzählen).

Danach schreibe Dir auf, was Du schönes an Dir gefunden hast, denn ich bin mir sicher, dass Du wunderbar bist – Du muss es nur entdecken…

Raum

Erspüre und erfühle intuitiv den Raum, der zu Dir gehört. Schaue Dir an, wen bist Du bereit in diesen eigenen Raum reinzulassen und auch wie weit. Vielleicht musst Du erstmal googeln oder Freunde fragen, was meinen sie zum Thema eigener Raum. Ich werde es Dir nicht sagen, denn ich möchte Dich dazu einladen, Dich selbst damit zu befassen. Aber am Ende dieses Textes steht ein Vorschlag für eine Übung, um es für sich bildlich zu konkretisieren…

Und was bedeutet:

  • den Raum erkennen
  • den Raum entfalten
  • den Raum beschützen

Zeitgleich schaue Dir an, wie dieser Raum weit und freiheitsbegünstigend sein kann, ohne dass sich andere Menschen von Dir entfernt oder ausgesperrt fühlen.

Wie Du Deinen Raum entdecken und definieren kannst? Hier die Übung dazu:

Nimm Dir Blatt Papier. Du kannst Dich zum Beispiel als Metapher als einen Baum, ein Haus, ein Berg… malen, und dann Deinen Raum bildlich ausgestalten. Und wenn Du malst, dann fühle auch rein. Schaue, wo bist Du durchlässig und wo sind Deine Grenzen? Gibt es eine Aura? Gibt es eine Vorraum? Was bedeutet Raum? Das Bild kann über einen längeren Zeitraum entstehen aber Du wirst merken, wie er wächst und Dir immer mehr Klarheit offenbart… und wenn Du was interessantes erfahren hast, dann berichte uns davon – ich freue mich auf Dich…

…und Du kannst natürlich auch in meiner offenen Meditationsgruppe zu diesem Thema meditieren (siehe unter aktuelle Kurse).